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27.06.2019

Zum fünfzigsten Jahrestag des Stonewall-Aufstandes Ob schillernd oder provokant: stolzer queerer Widerstand

In der Nacht zum 28.Juni 1969 fanden die sog. Stonewall-Aufstände statt. In den 1960er-Jahren kam es in New York und anderen Städten immer wieder zu gewalttätigen Razzien in Schwulenlokalen. Nach einer solchen Razzia im Szene-Lokal Stonewall Inn auf der New Yorker Christopher Street widersetze sich erstmals eine große Gruppe von Homosexuellen und trans* Menschen der Verhaftung und vertrieb die Polizisten gewaltsam. Die Unruhen hielten fünf Tage an. Eine breite Solidarisierung der queeren Community war die Folge, sodass auch verstärkende Polizeitruppen zurückgedrängt werden konnten. Dieses Jahr wiederholt sich der Jahrestag des Stonewall-Aufstandes zum fünfzigsten Mal. An ihn wird jährlich weltweit mit dem Christopher Street Day (im englischen Sprachraum meist: Gay Pride oder auch Stonewall Day) erinnert.

Zum fünfzigsten Jahrestag des Stonewall-Aufstandes erklärt Petra Nowacki, Vorsitzende der SPDqueer:

„Ob schillernd oder provokant: stolzer queerer Widerstand“, so lautet unser Motto im Jahr des Stonewall-Jubiläums. Dabei sind uns die Ereignisse in der Christopher Street gleichermaßen Mahnung und Verpflichtung für die Zukunft. In den zurückliegenden Jahren konnte durch sozialdemokratische Politik viel erreicht werden. In Deutschland hat die rechtliche Gleichstellung von queeren Menschen ein hohes Maß erreicht. Die Öffnung der Ehe ist hier sicher das bekannteste Beispiel. Dennoch gibt es noch viel zu tun. So muss das aktuelle Transsexuellengesetz aus den 80er-Jahren dringend durch ein modernes, selbstbestimmtes Personenstandsrechts ohne Begutachtungspflicht ersetzt werden. Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie trans*, inter* und andere queere Menschen (LSBTIQ*) erfahren auch im Alltag oft Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt. Es gilt ebenso, erreichte Erfolge zu verteidigen. Eine erstarkende Rechte hetzt inzwischen wieder unverhohlen gegen LSBTIQ* und versucht verschiedene Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen. Schon vor 50 Jahren hat auch Rassismus bei den Razzien der Polizei eine Rolle gespielt. Denn im Stonewall Inn verkehrten auch viele People of Colour. Für viele Polizisten erschien die Besucherschaft daher als besonders „verachtenswert“, was wohl zu einem besonders harten Vorgehen führte.

Egal ob Rassismus, Homo-, Trans*- oder Frauenfeindlichkeit – alle sind Ausdruck desselben menschenverachtenden Gewalt, die einem selbstbestimmten Leben in Würde und Freiheit entgegensteht. Stonewall hat uns gelehrt, sie nicht hinzunehmen. Daher werden wir auch in Zukunft mit Stolz weiter für Akzeptanz und Gleichstellung kämpfen – durch Aufklärung, Sichtbarkeit und Solidarität!